Seit August läuft die Bewerbungsphase für den Inhorgenta Award 2027. Zehntes Jubiläum, zwei Kategorien: Juwelier des Jahres und Goldschmiede des Jahres. Die Preisverleihung findet im Februar in München statt, im Rahmen der Inhorgenta – der grössten deutschsprachigen Branchenmesse des Jahres.
Was einen Branchenpreis interessant macht, ist selten die Trophäe. Es ist der Prozess.
Wer sich für den Inhorgenta Award bewirbt, muss in Worte fassen, was sein Betrieb tut, wie er es tut und was ihn dabei von anderen unterscheidet. Das klingt einfach und ist es nicht. Im Alltag eines Juwelierfachgeschäfts passiert das selten: Man arbeitet, man berät, man löst Probleme, man kauft ein und verkauft. Das eigene Profil zu beschreiben – nicht für Kunden, sondern für eine Jury, die Hunderte von Betrieben kennt – ist eine andere Übung. Und eine, bei der viele Betriebe feststellen, dass sie mehr zu sagen haben, als sie dachten.
Branchenpreise im Fachhandel schauen nicht nur auf Umsatz. Die Jurys suchen Haltung, Konzept, Charakter. Was macht diesen Betrieb aus? Warum kaufen Kunden hier, die auch woanders kaufen könnten? Was geschieht in der Beratung, das nicht messbar, aber spürbar ist? Diese Fragen in eine Bewerbung zu übersetzen, ist eine Reflexionsübung, die unabhängig vom Ergebnis einen Wert hat.
Wer aus einer Bewerbung nicht gewonnen hat, hat trotzdem etwas: ein formuliertes Selbstbild, das sich im nächsten Kundengespräch zeigt, in der Art, wie das Team über den eigenen Betrieb spricht, in dem, was nach aussen sichtbar wird. Preise sind Spiegel. Wer hineinschaut, sieht mehr als eine Platzierung.
Die Frist läuft. Betriebe, die überlegen, ob es sich lohnt, erhalten die Antwort meistens in dem Moment, in dem sie anfangen, die erste Seite zu schreiben.