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Pepsi ist weg. Cookie Monster auch. Was Rolex damit wirklich aussagt.

Pepsi ist weg. Cookie Monster auch. Was Rolex damit wirklich aussagt.

An der Watches & Wonders 2026 geschah etwas, das die Uhrengemeinschaft lange für unmöglich gehalten hatte: Rolex strich seine begehrtesten Modelle.

Es war kein grosses Announcement. Keine Pressekonferenz, kein offizielles Statement. Am 14. April 2026 verschwand die Produktseite der «Pepsi» GMT-Master II still und leise von der Rolex-Website – und mit ihr ein Stück Uhrengeschichte, das seit 1955 zur DNA der Marke gehört.

Gleichzeitig wurde bestätigt: Auch der «Cookie Monster», die Submariner Date in Weissgold mit blauer Lünette und schwarzem Zifferblatt, ist nicht mehr Teil des aktiven Katalogs.

Was genau vom Markt verschwand

Die Streichung betrifft mehrere Referenzen auf einmal. Die Stahl-GMT-Master II Ref. 126710BLRO – die Volksversion der Pepsi, jene, für die Sammler jahrelang auf Wartelisten standen und auf dem Sekundärmarkt das Dreifache des Listenpreises zahlten. Die Weissgold-GMT Ref. 126719BLRO. Und die Submariner Date Ref. 126619LB in Weissgold – der Cookie Monster, der 2020 die Nachfolge des legendären «Smurf» angetreten hatte.

Gleichzeitig: Kein Nachfolger für die Pepsi. Die Community wartete auf die Rückkehr der «Coke» – rot-schwarz statt rot-blau. Sie kam nicht. Im Stahlkatalog der GMT-Master II finden sich nun nur noch «Batman» (blau-schwarz), «Bruce Wayne» (grau-schwarz) und «Sprite» (grün-schwarz).

Warum Rolex das tut – und was dahintersteckt

Rolex erklärt seine Entscheidungen selten. Doch die Uhrenbranche spekuliert, und einiges davon macht Sinn.

Ein technischer Grund könnte entscheidend sein: Die rot-blaue Cerachrom-Lünette gilt als besonders aufwändig in der Herstellung. Bicolor-Keramik erfordert präzise Sinterung und erzeugt hohe Ausschussraten. Wer die Pepsi vom Markt nimmt, gibt Fertigungskapazität frei – ohne ein Spitzenprodukt zu opfern, das ohnehin kaum den Weg in die Auslagen der Händler fand.

Ein strategischer Grund ist ebenfalls denkbar: Rolex hat in den vergangenen Jahren ein zertifiziertes Gebrauchtuhren-Programm aufgebaut. Wer ein Modell aus der Neuproduktion nimmt, lenkt den Markt auf den Sekundärmarkt – und damit auf ein Segment, das Rolex nun selbst kontrolliert.

Und dann gibt es die einfachere Erklärung: Nach 70 Jahren ist es Zeit für etwas Neues.

Was das für Sammler und Händler bedeutet

Die unmittelbare Reaktion der Märkte war eindeutig. Bereits in den Wochen vor der offiziellen Bestätigung vermeldeten Händler einen Anstieg der Kaufanfragen für die Pepsi von bis zu 500 Prozent. Die Preise auf dem Sekundärmarkt kletterten aggressiv – und werden das weiter tun, da die verfügbare Menge nun endlich gedeckelt ist.

Für Sammler, die eine Pepsi besitzen, ist das eine Bestätigung: Das Modell wird seinen Status als Sammlerstück zementieren. Für jene, die noch keine haben und jetzt noch kaufen wollen, ist der Zeitpunkt heikel. Preisaufschläge von 40 bis 80 Prozent auf den Listenpreis sind keine Seltenheit mehr.

Für den Fachhandel ist das Ereignis in jedem Fall ein Gesprächsanlass – und eine Erinnerung daran, dass selbst die konservativste Uhrenmarke der Welt ihren Katalog aktiv steuert. Wer das versteht und in die Kundenberatung einfliesst, positioniert sich als echter Fachmann.

Ein Ende mit Nachhall

Die Pepsi wird nicht vergessen werden. Sieben Jahrzehnte, acht Hauptreferenzen, ein Farbkonzept – die Konstanz dieser Lünette erklärt, warum ihr Abgang härter trifft als jede andere Streichung.

Manche Uhren enden. Manche werden unsterblich, weil sie enden. Die Pepsi gehört zu letzteren.

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